IBS Türkei

Ende meines 3. Lehrjahres erhielt ich das Privileg, auf eine IBS zu gehen. IBS ist eine Abkürzung für Inbetriebsetzung Die Vorfreude war riesig und schon in der Vorbereitung lernte ich, wie so ein Einsatz sein kann. Bis Sonntagabend wusste ich nicht, ob ich am Montag tatsächlich fliegen würde. Die entscheidenden Teile hingen noch an der türkischen Grenze fest. Als dann die Bestätigung kam, war die Aufregung sehr gross. 

Am Flughafen gab ich mein Gepäck auf, durchlief die Sicherheitskontrolle und wartete gefühlt ewig am Gate. Endlich Boarding. Kurs auf Istanbul. Nach der Ankunft holten wir unser Gepäck und machten uns mit dem Mietwagen auf Richtung Karacabey. Die Fahrt war entspannt, auch wenn die Verkehrsregeln… sagen wir, Interpretationsspielraum liessen. Jeder hatte seinen eigenen Stil. 

Dienstagmorgen betraten wir zum ersten Mal das Nestlé-Gelände. Nach dem Sicherheitscheck begrüsste uns der Projektleiter von Nestlé und stattete uns mit PSA aus: Helm, Handschuhe, weisser Besucher-Kittel und gelbe Warnweste. Der Eintritt in die Produktion war streng geregelt. Hände waschen mit einem Timer, dann ein Drehkreuz mit Absaugung, anschliessend die Desinfektionsstation. Wer zu schnell, zu langsam oder falsch positioniert war, musste wieder von vorn beginnen. Die ersten paar Male brauchte ich locker vier Anläufe, bis ich durch war. 

Die Anlage war grundsätzlich gut für die IBS vorbereitet. Gemeinsam mit Nestlé machten wir das Lotto und starteten den Umbau. Die Schaltschrank Situation war allerdings sehr spannend.  Kabel hingen kreuz und quer. In den folgenden Tagen kämpften wir mit fehlenden Teilen und diversen technischen Stolpersteinen. Am Ende konnten wir jedoch jedes Problem lösen. 

Mittagessen gab es immer in der Nestlé Kantine. Es gab immer verschiedene kleine Teller, mit diesen konnte man sein eigenes Essen zusammenstellen. Die einen Sachen wiederholten sich immer wieder und man durfte nicht sehr wählerisch sein.  

Am Freitag stiess Florian dazu, der das Programm für das Upgrade geschrieben hatte. Wir installierten den neuen PC und nahmen die Einrichtung vor. Bei Mercury traten Port-Probleme auf, die nur von der Nestlé-IT freigeschaltet werden konnten. Das musste wiederum global approved werden, ein Prozess von über 24 Stunden. In dieser Zeit ging es nur begrenzt weiter. Am letzten Tag meines Einsatzes starteten wir mit dem I/O-Test – und der lief genau nach Plan. 

Am Sonntag gingen wir zu dritt mit dem Auto an einen Stand in der Nähe von Bandirma. Das Wasser war sehr erfrischend, nach dem Baden verpflegten wir uns im Strandrestaurant. Ich bestellte Köfte. Das Essen über den ganzen Aufenthalt war mehrheitlich sehr gut, besonders geschätzt habe ich den Banbun Burger. Es war ein kleines Lokal in der Nähe des Hotels und die Burger dort waren einfach Weltklasse.    

Die Rückreise verlief ruhig. Das Taxi brachte mich direkt vom Hotel zum Flughafen. Der Fahrer brachte mir unterwegs noch ein paar türkische Wörter bei und erzählte spannende Geschichten. Generell erlebte ich die Menschen in der Türkei als ausgesprochen freundlich. Oft verständigten wir uns mit Händen, Füssen und mit einem Hauch Türkisch 😉.  

Am Gate C44 hiess es zurück in die Schweiz. Die letzten zwei Wochen in der Türkei waren das Highlight meiner Lehrzeit. Ich habe fachlich enorm viel gelernt und verstanden, dass eine IBS selten genau nach Plan läuft, aber es gibt immer eine Lösung. Die vielen tollen Menschen, die ich kennenlernen durfte, waren eine echte Bereicherung. Ich hoffe sehr, dass dies nicht meine letzte IBS war. 

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