Im vierten Lehrjahr meiner Ausbildung zum Polymechaniker ergab sich für mich eine besondere Möglichkeit, die nicht allen Auszubildenden offensteht: Ich durfte als Auslandsmonteur für einen Monat nach Dänemark, genauer gesagt in die Stadt Esbjerg. Normalerweise kommen die Lehrlinge während des Auslandeinsatzes an einen der vielen Bühler-Standorts weltweit, doch bei mir ergab sich die aussergewöhnliche Gelegenheit, bei einem Kunden auf einer aktuellen Baustelle mitzuarbeiten. Für mich war das die ideale Chance, denn ich interessiere mich schon lange für die Arbeit als Auslandsmonteur und konnte auf diese Weise noch vor Lehrabschluss einen Einblick gewinnen und praktische Erfahrung sammeln.
Vor der Abreise musste ich mich intensiv vorbereiten. Es standen verschiedene Kurse und Schulungen auf dem Programm, um mich mit allen relevanten Themen vertraut zu machen. Ich lernte nicht nur technische Details, sondern bereitete mich auch auf die Arbeit unter echten Bedingungen vor. Besonders spannend fand ich den Höhensicherungskurs in der Kletterhalle St. Gallen. Nachdem die Vorbereitung abgeschlossen war, packte ich meine Sachen, machte mich auf den Weg zum Flughafen und traf dort meinen Vorgesetzten Gigi.
Von Zürich aus flogen wir gemeinsam nach Dänemark, mieteten ein Auto und fuhren nach Esbjerg zu unserem Hotel, dem Hotel Britannia, einem Vier-Sterne-Haus. Das Zimmer war grosszügig und komfortabel, und das Frühstück war ausgezeichnet. Es gab aber auch kleinere Probleme: bei mir überlief das Badezimmer mehrmals, während bei Gigi einmal der Strom für einen ganzen Tag ausfiel. Die Stadt selbst gefiel mir nicht besonders. Esbjerg ist stark industriell geprägt, die Strassen waren ruhig, es gab kaum Freizeitmöglichkeiten, und die Landschaft war im Vergleich zur Schweiz extrem flach und windig. Trotzdem hatte die Gegend ihren Reiz: Die Nähe zur Nordsee sowie zahlreiche kleine Seen und Flüsse fand ich sehr schön.
Der Tagesablauf während meines Aufenthalts war weitgehend konstant. Morgens stand ich auf, frühstückte und fuhr dann gemeinsam mit Gigi zur Firma. Dort begann der Tag mit einem Meeting, anschliessend ging es auf die Baustelle oder ins Büro, je nach Bedarf. Meine Aufgaben waren vielfältig, aber zunächst unterstützend. Ich lernte die Abläufe auf der Baustelle kennen, beobachtete erfahrene Monteure und half, wo es nötig war. Gigi stand mir dabei jederzeit mit seiner langjährigen Erfahrung zur Seite, beantwortete meine Fragen und gab wertvolle Tipps. Am Abend kehrten wir ins Hotel zurück. Gelegentlich nutzte ich die Zeit für kleine Ausflüge.
Unsere Aufgabe in Esbjerg war es, die Montage einer Weizenmühle zu unterstützen. Die Mühle war bereits im Aufbau, als wir ankamen, und unsere Arbeit bestand darin, den laufenden Prozess zu begleiten und die Monteure zu unterstützen. Besonders Gigi war eine grosse Hilfe, da er über enormes Fachwissen verfügte, von dem ich direkt profitieren konnte. Auch die Zusammenarbeit mit Johannes, dem Baustellenleiter, und Thomas, dem Ansprechpartner der Firma, verlief sehr gut. Das Büro, das uns für die Dauer der Baustelle zur Verfügung stand, bot ausreichend Platz und eine gute Arbeitsatmosphäre.
Die ersten Tage dienten vor allem der Orientierung: Ich lernte die Mühle, die vorhandenen Maschinen und das Personal kennen und verschaffte mir einen Überblick über die Abläufe. Schnell wurde klar, dass der vorhandene Platz im Gebäude eine Herausforderung darstellte. Für die Platzierung der Maschinen war die Grösse der Räume höchst relevant. In der restlichen ersten Woche nutzte ich die Zeit, um die Pläne und Dokumente der Baustelle kennenzulernen und mir grobe Vorgehensweisen sowie Abläufe einer Mühlenmontage einzuprägen. In den darauffolgenden zwei Wochen durfte ich aktiv auf der Baustelle mithelfen, obwohl ich als Lehrling noch keine umfassende Erfahrung hatte. Ich half beim Platzieren von Maschinen, beim Aufbau von Silos, bei der Verlegung von Rohren und beim Markieren von Wänden – immer unter der Anleitung und mit dem Fachwissen von Gigi. Diese praktische Mitarbeit war besonders wertvoll, weil ich dadurch direkt lernte, wie die Abläufe in der Realität funktionieren, und Einblicke in die tägliche Arbeit eines Monteurs bekam. In der letzten Woche war die Baustelle nahezu menschenleer, da viele Monteure in den Ferien waren. Diese ruhigere Phase nutzte ich, um gezielt von Gigi zu lernen Abläufe zu dokumentieren und mein Wissen zu vertiefen.
Neben der Arbeit bot der Auslandeinsatz weitere Erfahrungen. Das Leben in einem fremden Land, die Organisation des Alltags, die Zusammenarbeit mit Kollegen unterschiedlicher Herkunft – all das prägte meinen Monat in Dänemark. Ich lernte, mich auf neue Situationen einzustellen, Herausforderungen pragmatisch zu lösen und gleichzeitig die Geduld zu bewahren, die für den erfolgreichen Abschluss einer solchen Baustelle nötig ist.
Die Stadt Esbjerg bot nur wenige Freizeitmöglichkeiten, daher nutzte ich meine freie Zeit vor allem für Ausflüge mit meiner FPV-Drohne. Besonders beeindruckend war ein Tag auf der Wattenmeerinsel Fanø, wo ich mit dem Fahrrad die schönsten Orte erkundete und Drohnenaufnahmen machte. Ausserdem besuchte ich mehrfach das Meer, kleine Seen und Felder in der Umgebung sowie einen Stadtpark mit Rehen, Enten und einem kleinen Fluss. Kulinarisch probierte ich viel dänisches Gebäck, insbesondere Zimtschnecken, die günstiger und leckerer waren als in der Schweiz. So verband ich Erholung mit der Möglichkeit, die Umgebung aus einer besonderen Perspektive zu erleben.
Rückblickend war der Einsatz nicht nur eine praktische Lernerfahrung, sondern auch eine persönliche Bereicherung. Ich konnte meine Fähigkeiten erweitern, die Abläufe in der Praxis kennenlernen und einen Einblick in die Arbeit als Auslandsmonteur gewinnen – ein Bereich, der für meine berufliche Zukunft besonders interessant ist. Trotz kleineren Herausforderungen und der Tatsache, dass mir die Stadt Esbjerg nicht besonders zusagte, war der Aufenthalt insgesamt wertvoll und hat mir geholfen, mich beruflich weiterzuentwickeln.
























In the fourth year of my apprenticeship as a polymechanic, I was given a special opportunity that not all trainees get: I was allowed to work abroad as a field service technician for a month in Denmark, specifically in the city of Esbjerg. Normally, apprentices are sent to one of Bühler’s many locations worldwide during their international assignment, but in my case, I had the unique chance to work directly at a customer’s site on a current construction project. For me, this was the perfect opportunity, as I have long been interested in working as a field service technician abroad and was able to gain insight and practical experience even before completing my apprenticeship.
Before departure, I had to prepare intensively. Various courses and training sessions were on the agenda to familiarize myself with all relevant topics. I not only learned technical details but also prepared for working under real conditions. I found the height safety course in the St. Gallen climbing gym particularly exciting. Once the preparations were complete, I packed my things, headed to the airport, and met my supervisor Gigi there.
From Zurich, we flew together to Denmark, rented a car, and drove to Esbjerg to our hotel, the Hotel Britannia, a four-star establishment. The room was spacious and comfortable, and the breakfast was excellent. However, there were also minor issues: my bathroom overflowed several times, while Gigi experienced a power outage for an entire day. I didn’t particularly like the city itself. Esbjerg is heavily industrial, the streets were quiet, there were hardly any leisure activities, and the landscape was extremely flat and windy compared to Switzerland. Nevertheless, the area had its charm: I really liked the proximity to the North Sea and the many small lakes and rivers.
My daily routine during my stay was largely consistent. In the morning, I got up, had breakfast, and then drove with Gigi to the company. The day started with a meeting, followed by work on the construction site or in the office, depending on what was needed. My tasks were varied but initially supportive. I learned about the processes on the construction site, observed experienced technicians, and helped wherever necessary. Gigi was always there to support me with his many years of experience, answering my questions and giving valuable tips. In the evening, we returned to the hotel. Occasionally, I used the time for small excursions.
Our task in Esbjerg was to support the assembly of a wheat mill. The mill was already under construction when we arrived, and our job was to accompany the ongoing process and support the technicians. Gigi was especially helpful, as he had enormous expertise from which I could benefit directly. The collaboration with Johannes, the site manager, and Thomas, the company’s contact person, also went very well. The office provided to us for the duration of the project offered enough space and a good working atmosphere.
The first few days were mainly for orientation: I got to know the mill, the existing machines, and the staff, and gained an overview of the processes. It quickly became clear that the available space in the building was a challenge. The size of the rooms was highly relevant for placing the machines. During the rest of the first week, I used the time to familiarize myself with the site plans and documents and to memorize the general procedures and workflows of a mill assembly. In the following two weeks, I was allowed to actively help on the construction site, even though I didn’t have much experience as an apprentice. I helped place machines, assemble silos, lay pipes, and mark walls—always under Gigi’s guidance and expertise. This hands-on work was especially valuable because I learned directly how things work in practice and gained insight into the daily work of a technician. In the last week, the site was almost deserted because many technicians were on vacation. I used this quieter phase to learn specifically from Gigi how to document processes and deepen my knowledge.
Besides work, the international assignment offered other experiences. Living in a foreign country, organizing daily life, and working with colleagues from different backgrounds—all of this shaped my month in Denmark. I learned to adapt to new situations, solve challenges pragmatically, and at the same time maintain the patience needed to successfully complete such a project.
The city of Esbjerg offered few leisure activities, so I mainly used my free time for outings with my FPV drone. One particularly impressive day was spent on the Wadden Sea island of Fanø, where I explored the most beautiful spots by bike and took drone footage. I also visited the sea several times, small lakes and fields in the area, as well as a city park with deer, ducks, and a small river. Culinary-wise, I tried a lot of Danish pastries, especially cinnamon rolls, which were cheaper and tastier than in Switzerland. In this way, I combined relaxation with the opportunity to experience the surroundings from a unique perspective.
Looking back, the assignment was not only a practical learning experience but also a personal enrichment. I was able to expand my skills, learn about processes in practice, and gain insight into the work of a field service technician—a field that is particularly interesting for my professional future. Despite minor challenges and the fact that I didn’t particularly like the city of Esbjerg, the stay was overall valuable and helped me develop professionally.